AFK-3

Ende der 80er Jahre musste die alte Startwinde der Akaflieg ersetzt werden. Man entschied sich damals dafür, den Bau einer neuen Winde mit der Entwicklung eines neuen Konzepts zu verbinden: Nur ein Triebwerk und ein Fahrerstand für Winden- und Straßenbetrieb!

Nachdem im Rahmen von zwei Studienarbeiten am Institut für Maschinenkonstruktionslehre / Abteilung Kraftfahrzeugbau die theoretischen Aspekte des Projekts geklärt worden waren, konnte 1986 die erste Bauphase eingeleitet werden. Wichtige Unterstützung beim Bau der „Forschungswinde“ AFK-3 wurde der Akaflieg Karlsruhe durch ihr inzwischen verstorbenes Ehrenmitglied Direktor Göhring zuteil, der der Akaflieg ein straßenverkehrstaugliches dreiachsiges LKW-Fahrgestell der Firma Daimler-Benz vermitteln konnte.

Die wichtigsten Merkmale der AFK-3:

  • Es wurde versucht, weitestgehend Serienteile von LKW-Herstellern zu verwenden, bzw. diese durch geringe Modifikation nutzbar zu machen. Dadurch konnte der Wartungs- und Reparaturaufwand gegenüber der AFK-2 mit ihren teils recht exotischen Bauteilen deutlich reduziert werden.
  • Durch Benutzung eines einzelnen LKW-Motors, dessen Kraft durch ein Verteilergetriebe wahlweise auf Seiltrommeln oder Räder geleitet werden kann, wird der Wartungsaufwand weiter reduziert.
  • Ein Wandler-Schaltgetriebe ermöglicht ausreichende Seilanzugsmomente, um auch schwerste Segelflugzeuge sicher zu beschleunigen.
  • Der Windenfahrerstand als Arbeitsplatz des Windenfahrers wurde entsprechend modernen arbeitswissenschaftlichen Erkenntnissen gestaltet.
  • elektrische Betätigung der wichtigsten Funktionen, welche sich durch umfangreiche Sicherheitsschaltungen auszeichnen, bzw. was die Fernbedienung ganzer Funktionsgruppen möglich macht.
  • Vorbereitung zum Einbau einer Drehmomentmesswelle und weiterer Messgeräte, welche zur Umsetzung des Projekts AK-7 (Windenstartuntersuchungen) benötigt wurden
  • Lehrer/Schüler-Schaltung mit Redundanz der wichtigsten Bedienelemente erleichtert Ausbildung
  • schnelle Demontierbarkeit des Schutzgitters und der Azimutrollen; damit Möglichkeit zur Bewegung im Straßenverkehr
  • Seilrückholwagen (Lepo) kann mittels Auffahrblechen auf Ladefläche geparkt und mittransportiert werden

Im Probebetrieb parallel zur AFK-2 wurde die neue Winde 1987 erstmals eingesetzt, sie bewährte sich jedoch schon bald so gut, dass die AFK-2 gegen Mitte des Jahres außer Dienst gestellt wurde.

Über 15 Jahre nach ihrem ersten Schlepp verrichtet die Segelflugstartwinde AFK-3 noch immer zuverlässig wie am ersten Tag ihren Dienst beim Flugbetrieb der Akaflieg. Dank einer großzügigen Reifenspende von Michelin, konnte sie im Frühjahr 2001 auch wieder zum Straßenverkehr zugelassen werden.