AK-11
Monatsupdate September/Oktober
AK-X
In den vergangenen Wochen hat das Projekt einen entscheidenden Meilenstein erreicht: Die AK-X hat erfolgreich ihren Erstflug absolviert! Dem voraus gingen intensive Vorbereitungsarbeiten, um das Flugzeug technisch fertigzustellen und alle zulassungsrelevanten Themen für die Flugerprobung zu klären.
Vor dem Erstflug wurden noch die Rudereinstellungen abgeschlossen, die Elektrik eingebaut und die letzten Arbeiten an den Fahrwerken durchgeführt. Im flugfertigen Zustand konnte die AK-X dann final gewogen werden. Dabei zeigte sich, das zusätzlicher Ballast im Bug nötig ist, um den gewünschten Schwerpunkt für den Erstflug zu erreichen.
Da das vordere Fahrwerk mit den bisherigen Elastomerelementen zu stark einfederte entschieden wir uns die Fahrwerksdämpfer auf Ringfedern umzubauen.
Nach der Begutachtung durch unseren Bauprüfer wurde außerdem die Unbedenklichkeitserklärung unterzeichnet. Auch alle weiteren Nachweise konnten bei der Zulassung akzeptiert werden, um die Flugerprobung beginnen zu dürfen.
Der Erstflug verlief schließlich äußerst erfolgreich und hätte kaum besser laufen können. Auch der Testpilot zeigte sich begeistert und lobte das Flugzeug: „Sehr schönes Flugzeug, habt ihr sehr gut gebaut. Glückwunsch!“ Noch am selben Tag konnte der Kreis der fliegenden Piloten erweitert werden.

© Akaflieg am KIT / Fabian Kästner
Die guten Wetterbedingungen an den darauffolgenden Tage wurden direkt für die weitere Flugerprobung genutzt. Da die fs35 nicht mehr als Schleppflugzeug zur Verfügung stand, wurde die AK-X von einer Super Dimona geschleppt. Dabei wurden verschiedene Geschwindigkeiten und Klappenstellungen erprobt. Außerdem wurde der Kurvenwechsel mit Rudervollausschlägen erprobt und erste Langsamflugversuche gemacht. Weiterhin besteht allerdings Verbesserungsbedarf bei der Wirksamkeit des Höhenruders.

© Akaflieg am KIT / Fabian Kästner
Bei der Flugerprobung wurden erste Erfahrungen mit dem Fahrwerk gesammelt. Eine Landung auf Gras verlief eher holprig. Mithilfe von Kameras in den Fahrwerken konnte eine Einfederung von über 50 % festgestellt werden. Vorn wird nun der Reifendruck reduziert und das Hauptfahrwerk auch auf Ringfedern umgestellt. Weitere Anpassungen sind am Klinkmechanismus und den Ruderanschlüssen geplant. Eine Messanlage u.a. zur Aufzeichnung der Steuereingaben wird im Moment ebenfalls geplant.

© Akaflieg am KIT / Fabian Kästner
Nach dem erfolgreichen Erstflug liegt der Fokus nun auf der systematischen Fortsetzung der Flugerprobung, der Auswertung der bisherigen Ergebnisse und der Umsetzung der daraus gewonnenen Erkenntnisse.

© Akaflieg am KIT / Fabian Kästner
AK-11
Im September und Oktober wurden große Fortschritte am Metallgestell für die AK-11 Bruchflügelformen erzielt. Dabei konnten einige Interessenten in das Projekt eingeführt werden und erste Erfahrungen mit Arbeiten in der Akaflieg sammeln. Der gespendete Stahl wurde zu einem Fachwerk zusammengeschweißt, das einerseits die aus Ureol gefrästen Formen vor Verzug schützt und gleichzeitig eine angenehme Arbeitshöhe erlaubt. Zusätzlich haben wir vorgesehen, dass sich einfach Schraubzwingen anbringen lassen, die später bei geschlossener Form für die nötige Pressung sorgen. Derzeit laufen hier noch die letzten Arbeiten, etwa das Anbringen von Rollen, mit denen sich die Formen leicht in der Werkstatt verschieben lassen.

Um die Problematik des Mylarbands auf der Unterseite weiter zu untersuchen, wurde Anfang Oktober begonnen, kleine Flügelsegmente zu bauen. Mit ihnen soll die Baubarkeit verschiedener Abdichtlösungen getestet werden. Als erstes haben wir ein Flügelstück gebaut, bei dem für die Vorderkantenklappe ein 50 µm dickes Abdeckband aus Edelstahl zum Einsatz kommen soll (normales Mylar ist ca. 200 µm dick). Dadurch wird die eingebrachte Störung in die Strömung kleiner und die laminare Laufstrecke auf der Unterseite verlängert. Die Schwierigkeit dabei ist, das Edelstahlabdeckband einzuschleifen und sauber einzuarbeiten, da es deutlich leichter Beulen bildet als Mylar. Weitere Konzepte werden bis Jahresende gebaut und ermöglichen uns, eine vielversprechende Lösung auszuwählen. Diese wird dann 2027 in einem kleineren Windkanalversuch vermessen.

Seit September läuft eine Projektarbeit von Philip Dong und seinem Kommilitonen an der DHBW Karlsruhe zur vorläufigen Auslegung der Steuerung der AK-11 in Rumpf und Flügel. Neben einer Berechnung der Steuerung für verschiedene Flugfälle soll dabei auch ein CAD-Modell entstehen.
Außerdem haben wir ein neues AK-11 Youtube Video veröffentlicht! Hierbei wird der Bau des Windkanalmodells gezeigt und die Ergebnisse der Windkanalmessungen diskutiert.