Schlagwort: Erstflug

Schlagwort: Erstflug

AK-11

Monatsupdate September/Oktober

AK-X

In den vergangenen Wochen hat das Projekt einen entscheidenden Meilenstein erreicht: Die AK-X hat erfolgreich ihren Erstflug absolviert! Dem voraus gingen intensive Vorbereitungsarbeiten, um das Flugzeug technisch fertigzustellen und alle zulassungsrelevanten Themen für die Flugerprobung zu klären.

Vor dem Erstflug wurden noch die Rudereinstellungen abgeschlossen, die Elektrik eingebaut und die letzten Arbeiten an den Fahrwerken durchgeführt. Im flugfertigen Zustand konnte die AK-X dann final gewogen werden. Dabei zeigte sich, das zusätzlicher Ballast im Bug nötig ist, um den gewünschten Schwerpunkt für den Erstflug zu erreichen.
Da das vordere Fahrwerk mit den bisherigen Elastomerelementen zu stark einfederte entschieden wir uns die Fahrwerksdämpfer auf Ringfedern umzubauen.

Nach der Begutachtung durch unseren Bauprüfer wurde außerdem die Unbedenklichkeitserklärung unterzeichnet. Auch alle weiteren Nachweise konnten bei der Zulassung akzeptiert werden, um die Flugerprobung beginnen zu dürfen.

Der Erstflug verlief schließlich äußerst erfolgreich und hätte kaum besser laufen können. Auch der Testpilot zeigte sich begeistert und lobte das Flugzeug: „Sehr schönes Flugzeug, habt ihr sehr gut gebaut. Glückwunsch!“ Noch am selben Tag konnte der Kreis der fliegenden Piloten erweitert werden.

Von links nach rechts: Nikolas Braun (Projektleitung AK-X), Ingmar Mayerbuch (DLR-Testpilot), Aaron Sutor (Erster Vorsitzender Akaflieg am KIT)
© Akaflieg am KIT / Fabian Kästner

Die guten Wetterbedingungen an den darauffolgenden Tage wurden direkt für die weitere Flugerprobung genutzt. Da die fs35 nicht mehr als Schleppflugzeug zur Verfügung stand, wurde die AK-X von einer Super Dimona geschleppt. Dabei wurden verschiedene Geschwindigkeiten und Klappenstellungen erprobt. Außerdem wurde der Kurvenwechsel mit Rudervollausschlägen erprobt und erste Langsamflugversuche gemacht. Weiterhin besteht allerdings Verbesserungsbedarf bei der Wirksamkeit des Höhenruders.

Premiere: Die fs35 der Akaflieg Stuttgart verhilft der AK-X zum ersten Mal in die Lüfte
© Akaflieg am KIT / Fabian Kästner

Bei der Flugerprobung wurden erste Erfahrungen mit dem Fahrwerk gesammelt. Eine Landung auf Gras verlief eher holprig. Mithilfe von Kameras in den Fahrwerken konnte eine Einfederung von über 50 % festgestellt werden. Vorn wird nun der Reifendruck reduziert und das Hauptfahrwerk auch auf Ringfedern umgestellt. Weitere Anpassungen sind am Klinkmechanismus und den Ruderanschlüssen geplant. Eine Messanlage u.a. zur Aufzeichnung der Steuereingaben wird im Moment ebenfalls geplant.

Der Testflug der AK-X verlief reibungslos.
© Akaflieg am KIT / Fabian Kästner

Nach dem erfolgreichen Erstflug liegt der Fokus nun auf der systematischen Fortsetzung der Flugerprobung, der Auswertung der bisherigen Ergebnisse und der Umsetzung der daraus gewonnenen Erkenntnisse.

Die AK-X im Endanflug, kurz vor ihrer ersten Landung.
© Akaflieg am KIT / Fabian Kästner

AK-11

Im September und Oktober wurden große Fortschritte am Metallgestell für die AK-11 Bruchflügelformen erzielt. Dabei konnten einige Interessenten in das Projekt eingeführt werden und erste Erfahrungen mit Arbeiten in der Akaflieg sammeln. Der gespendete Stahl wurde zu einem Fachwerk zusammengeschweißt, das einerseits die aus Ureol gefrästen Formen vor Verzug schützt und gleichzeitig eine angenehme Arbeitshöhe erlaubt. Zusätzlich haben wir vorgesehen, dass sich einfach Schraubzwingen anbringen lassen, die später bei geschlossener Form für die nötige Pressung sorgen. Derzeit laufen hier noch die letzten Arbeiten, etwa das Anbringen von Rollen, mit denen sich die Formen leicht in der Werkstatt verschieben lassen.

Um die Problematik des Mylarbands auf der Unterseite weiter zu untersuchen, wurde Anfang Oktober begonnen, kleine Flügelsegmente zu bauen. Mit ihnen soll die Baubarkeit verschiedener Abdichtlösungen getestet werden. Als erstes haben wir ein Flügelstück gebaut, bei dem für die Vorderkantenklappe ein 50 µm dickes Abdeckband aus Edelstahl zum Einsatz kommen soll (normales Mylar ist ca. 200 µm dick). Dadurch wird die eingebrachte Störung in die Strömung kleiner und die laminare Laufstrecke auf der Unterseite verlängert. Die Schwierigkeit dabei ist, das Edelstahlabdeckband einzuschleifen und sauber einzuarbeiten, da es deutlich leichter Beulen bildet als Mylar. Weitere Konzepte werden bis Jahresende gebaut und ermöglichen uns, eine vielversprechende Lösung auszuwählen. Diese wird dann 2027 in einem kleineren Windkanalversuch vermessen.

Seit September läuft eine Projektarbeit von Philip Dong und seinem Kommilitonen an der DHBW Karlsruhe zur vorläufigen Auslegung der Steuerung der AK-11 in Rumpf und Flügel. Neben einer Berechnung der Steuerung für verschiedene Flugfälle soll dabei auch ein CAD-Modell entstehen.

Außerdem haben wir ein neues AK-11 Youtube Video veröffentlicht! Hierbei wird der Bau des Windkanalmodells gezeigt und die Ergebnisse der Windkanalmessungen diskutiert.

Flugplatz

Wie ein Phönix aus der Asche…

…So die NZ aus dem Schleifstaub

Die Akaflieg Karlsruhe kann sich bereits Anfang 2021 über viele Erfolge und Premieren freuen. Eine von ihnen ist der langersehnte Erstflug unseres „Flicken-Twins“.

Am 10.04.2021 war es so weit: Der Twin der Akaflieg Karlsruhe konnte endlich zu seinem ersten Flug bei uns starten.

Das Projekt startete im Sommer 2019. Auf Segelflug Kleinanzeigen entdeckten einige Akaflieger ein günstiges Angebot: Teile von insgesamt drei Flugzeugen des Typs Twin II waren zu einem niedrigen Preis in Dänemark zu verkaufen. So begann das Projekt. Aus den Teilen sollten wieder zwei flugfähige Twins werden.

Das erste Flugzeug entstand aus einem Rumpf, der eine Außenlandung im Wasser hinter sich hatte. Die Flächen dieses Fliegers waren bei der Landung sehr stark beschädigt worden. So wurden sie übergangsweise durch Flächen eines anderen Twins ersetzt. Aus der für eine eher kurze Zeitspanne angedachten Reparatur von kleinen Schäden am Rumpf wurde dann am Ende eine komplette Überholung des ganzen Rumpfs. Nach über anderthalb Jahren und fast 2000 investierten Arbeitsstunden konnte der Twin nun im April endlich wieder fliegen.

Das Aufbauen gestaltete sich noch recht holprig, da die Handgriffe noch nicht so gewohnt waren wie bei den anderen Flugzeugen des Flugparks. Mittags konnte trotz dieser Schwierigkeiten gestartet werden.

Im F-Schlepp startete der Twin in Rheinstetten. Pilot Dominic „Pöppi“ Pöppe hatte sich gut vorbereitet, und so wurde der „XNZ“ (heute D-8122) direkt im ersten Flug an seine Grenzen geflogen. Dazu war vorher extra provisorisch ein G-Messer eingebaut worden. Natürlich gab es noch kleinere Mängel. Doch vieles konnte schon während des Flugbetriebs behoben werden. Direkt nach dem Erstflug wurde der Twin für Überprüfungsstarts eingesetzt. Wie auch in anderen Vereinen hatte unsere Saison gerade erst begonnen.

Mittlerweile ist er fester Bestandteil des Karlsruher Flugzeugparks und wird vor allem in der Schulung eingesetzt. Die Mitglieder sind trotz anfänglicher Bedenken sehr überzeugt von dem Doppelsitzer und wissen seine Vorzüge nun sehr zu schätzen.

Sogar die erste A-Prüfung wurde schon auf unserem neuen Doppelsitzer absolviert. Auch erste kleinere Überlandflüge waren dieses Jahr schon möglich. Alles in allem also ein voller Erfolg für die Akaflieg Karlsruhe.

Flugplatz

Ein Erstflug, mal wieder

Was ist aufregender als etwas Neues? Fliegen vielleicht. Da liegt es doch nahe, genau diese beiden Dinge zu kombinieren und mit einem neuen Flugzeug zu fliegen. Genau das wurde in der Akaflieg am Samstag das erste mal seit dem Erstflug des AK-X 1:2-Modells wieder getan (dies war also immerhin der zweite Erstflug innerhalb eines Jahres).
Natürlich wollten viele eifrige Piloten den prestigelastigen Erstflug für sich beanspruchen, doch Schleicher hatte ihnen einen Strich durch die Rechnung gemacht: der Erstflug wurde bereits als Werksflug in Poppenhausen absolviert.
Trotzdem war es keine geringere Ehre diesen zweiten Erstflug durchzuführen und so musste am Ende das Los über den glücklichen Piloten entscheiden, denn niemand wollte auf seine Chance verzichten, der oder die Erste zu sein.
Da das Wetter zwar trocken, aber sehr thermikarm war, konnten jedoch nur Platzrunden geflogen werden und so bekamen noch alle zum “32-Fliegen” nach Rheinstetten Gekommenen die Gelegenheit zu ihrem eigenen Erstflugstagflug. Insgesamt konnte unser neuer Doppelsitzer elf Platzrunden fliegen.
Unsere ASG-32 hat die Werksnummer 18 und ist das weltweit erste Modell ohne Motorisierung. So ist es auch naheliegend, dass bis jetzt nur wenige Akaflieger mit diesem Muster fliegen konnten. Um so gespannter waren die Piloten natürlich auf die Flugleistungen. Nach den ersten Flügen war aber trotz kurzer Flugzeiten klar: Das neue Flugzeug macht dem Ruf, der ihm vorrauseilt, alle Ehre: die ASG-32 ist eines der zur Zeit besten doppelsitzigen Segelflugzeuge überhaupt.
Natürlich wird ein solches Rennflugzeug in erster Linie im Strecken- und Wettbewerbsflug eingesetzt werden, es kann aber – etwa bei schlechterem Wetter – auch in der Schulung geflogen werden. Sicherlich kann der Flug in einem Hochleistungssegelflugzeugen auch den ein oder anderen Alleinflugmuffel überzeugen, Flugerfahrung zu sammeln und bald selbst leistungsorientiert zu fliegen. Und genau das ist letztlich einer der Ansprüche der Akaflieg.