AK-11
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Der Januar war stark von Vorbereitungen für das Rollout geprägt. Vom Videodreh für den Rollout-Movie – welcher inzwischen auf YouTube veröffentlicht ist – über Vorbereitungen der Vortäge und der AK-X selbst. Aber der Aufwand hat sich gelohnt: Die Rückmeldung der Gäste war sehr gut! Vielen Dank an alle, die beim Event mitgeholfen haben sowie an alle Akaflieg-Generationen vor uns, die durch ihre Arbeit die AK-X überhaupt erst in dieses Stadium gebracht haben. Die nächste, noch bessere Veranstaltung wird dann der Erstflug. Das dauert aber noch ein bisschen…
Nach dem Rollout ging es dann eigentlich auch direkt weiter mit den Arbeiten an der AK-X. So wurden zum Beispiel die Flächenrädchen lackiert und die Befestigung davon an die Winglets geklebt.
Ein offener Punkt sind noch die Seitenruder: Ein Ergebnis des Standschwingversuchs war, dass die Seitenruder massenausgeglichen werden müssen. Die aktuellen Seitenruder sind nicht besonders auf Leichtbau optimiert und besitzen vor allem eine große Rücklastigkeit. Deswegen wurde die Konstruktion geändert: Das Bruchruder wurde bereits letztes Jahr gebaut, aber aufgrund des Rollouts erstmal nach hinten verschoben. Nun wurde ein Bruchversuch durchgeführt, bei dem die gemessene Sicherheit des Bruchruders von 3,3 bestimmt wurde. Daraufhin wurden die Formen aus Ureol bei der Akaflieg Stuttgart gefräst. Die Schalen sind jetzt alle eingelegt und die Einbauteile wie die Anlenkungsrippe, Scharniere oder Massenausgleich gebaut.
Die Anzeige der Trimmung wurde von einer rein mechanischen Anzeige auf eine digitale Anzeige geändert. Der Grund dafür liegt in beengten Platzverhältnissen für die Verlegung des Bowdenzuges für die mechanische Anzeige. Der Trimmungsschlitten, welcher durch einen neuen Trimmungsmotor geändert werden musste, wurde aus Metall gefertigt.
Ein anderes Problem sind aktuell die Dämpfer des Bugfahrwerkes, welche immer noch im Stillstand zu viel einfedern. Um die Packung aus Schaum anzupassen, wurde eine Einspannung für eine Prüfmaschine gebaut. Damit kann dann quantitativ bestimmt werden, was die optimale Packung ist.
Ein ausstehender Versuch, welcher für den Erstflug notwendig ist, ist der Fahrwerksbelastungsversuch. Diesen werden wir jetzt beim DLR in Stuttgart am Institut von Struktur und Design durchführen. Damit kann dann die Energieaufnahme der Dämpfer und die Festigkeit der Fahrwerke nachgewiesen werden.
Bei den Nachweisen wurde auch das Übersichtsdokument für den Festigkeitsabschnitt eingereicht. Damit haben wir jetzt 2/3 aller notwendigen Paragraphen für den Erstflug bearbeitet. Es geht also an allen noch offenen Baustellen voran und Richtung Erstflug.
Die Vorbereitungen für das Windkanalmodell schreiten weiter voran. Der Termin im Laminarwindkanal der Universität Stuttgart hat sich jedoch um einen Monat nach hinten verschoben und ist nun für Anfang Juni angesetzt. Parallel dazu wird das Profil aktuell weiter optimiert. Ziel ist es, ein vollständig eigenentwickeltes Profil im Windkanal vermessen zu können. Die Fertigung der Formen ist für Mitte März geplant. Der eigentliche Baubeginn des Windkanalmodells ist für Anfang April vorgesehen.
Im Bereich Struktur wurde die Flügelstruktur im Rahmen der Masterarbeit von Jan Santosa weiter vertieft untersucht. Dabei stehen insbesondere strukturelle Auslegung, Steifigkeitsanforderungen sowie konstruktive Detailfragen im Fokus. Die Ergebnisse fließen direkt in die weitere Auslegung des Flügels ein. Im aktuellen Stand wurde die Grunddefinition des Flugzeugs mit einer vorläufigen Flügelgeometrie, sowie die Bestimmung der Steifigkeiten und der Massen durchgeführt. Mit den in der Bauvorschrift angegebenen Geschwindigkeiten und die verschiedenen Massenkonfigurationen und Klappenstellungen war es möglich, die Definition aller Lastfälle, insgesamt 792, durchzuführen. Dies wird gefolgt von der Bestimmung der Schnittlasten in den Flügelkomponenten und mittels Weggrößenverfahren der Lasten an den Lagern der Nasenklappe und Scharnieren der Wölbklappen.
Im Rahmen der Masterarbeit von Jakob Matschiner werden aktuell mehrere Konzepte zur Ansteuerung der Vorderkantenklappe zusammen mit den Wölbklappen und Querrudern ausgearbeitet und systematisch evaluiert.
Ein wesentlicher Meilenstein für die zukünftigen Konstruktionsarbeiten ist das Sponsorship von Dassault Systèmes. Im Rahmen dieser Kooperation haben wir vollen Zugriff auf die 3DEXPERIENCE-Plattform erhalten. Künftig können sämtliche Entwicklungs- und Konstruktionsarbeiten in einer durchgängigen CAD-Umgebung mit integriertem Product-Data-Management (PDM) durchgeführt werden.
Ende Januar wurde die AK-11 im Rahmen des Rollouts der AK-X erstmals einer größeren Öffentlichkeit vorgestellt. Vor rund 700 Gästen konnten wir das neue Projekt präsentieren und einen Ausblick auf die Zukunft der Akaflieg Karlsruhe geben. Das Interesse war sehr groß und das Feedback durchweg positiv.
Die Kooperation mit der Ehrhart-Schott-Schule in Schwetzingen ist erfolgreich gestartet. Am 12.02. fand eine Einführungsveranstaltung statt, bei der die Akaflieg sowie das geplante Bauprojekt vorgestellt wurden. Am 26.02. begann anschließend die praktische Bauphase. In drei Etappen laminieren die Schülerinnen und Schüler der zwölften Klasse ein kleines Flügelprofil. Ziel der Kooperation ist es, praxisnahe Einblicke in Faserverbundtechnik, aerodynamische Grundlagen und konstruktive Prinzipien zu vermitteln. Den Abschluss bildet eine gemeinsame Präsentationsveranstaltung am KIT Mitte April, bei der die erarbeiteten Ergebnisse vorgestellt werden.
AK-X

Die Akademische Fliegergruppe am KIT lädt alle Interessierte herzlich zur Enthüllung ihres fertiggestellten Nurflügel-Segelflugzeugs AK-X ein!
Nach knapp zehn Jahren Bauzeit ist die AK-X fertiggestellt. Durch die Einsparung umströmter Flächen soll der Luftwiderstand deutlich reduziert und damit die Flugleistung gesteigert werden. Die AK-X ist das modernste Nurflügel-Segelflugzeug und findet weltweit Beachtung.
Nachdem dieser grundlegend neue Entwurf zunächst mit Modellflugzeugen iterativ verbessert wurde, befindet sich der personentragende Prototyp seit 2016 im Bau. Weitere Informationen zum Projekt finden sich hier. Das fertige Flugzeug präsentieren wir im Rahmen dieses Rollouts erstmals der Öffentlichkeit. Nach Abschluss letzter Zulassungsarbeiten erwarten wir den Erstflug im Jahr 2026.
| Datum: | 23.01.2026 |
| Ort: | Christian-Gerthsen Hörsaal Gebäude 30.21 Engesserstraße 9 76131 Karlsruhe |
| Beginn: | ab 18:00 Uhr: begleitende Ausstellung ab 19:00 Uhr: Beginn des offiziellen Programms |
Ab 18:00 Uhr findet bereits eine begleitende Ausstellung zur Projektgeschichte statt, in der unter anderem auch alle noch existierenden Modellflugzeuge zu sehen sein werden. Ebenso präsentieren wir das Nachfolgeprojekt AK‑11, das im Rahmen der Luft‑ und Raumfahrtstrategie des Landes Baden‑Württemberg gefördert wird.
Die Akademische Fliegergruppe am KIT betreibt in fast 100-jähriger Tradition rein studentische und ehrenamtlich organisierte Luftfahrtforschung. Schwerpunkte ihrer Projektarbeit sind die Konstruktion, der Bau und die Erprobung von Segelflugzeugen.
AK-11
Die Akaflieg freut sich über die Bewilligung einer Förderung in Höhe von knapp 300.000 € durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg im Rahmen der Luft- und Raumfahrtstrategie des Landes. Mit diesem Programm werden studentische Gruppen unterstützt, die durch innovative Projekte zur Weiterentwicklung der Luft- und Raumfahrt beitragen und junge Talente für das Fachgebiet begeistern.
Gefördert wird das neueste Forschungsprojekt der Akaflieg Karlsruhe, die AK-11 mit verstellbarer Vorderkantenklappe, nach einem Patent von Johannes Achleitner (www.achleitner.aero), einem Alumnus der Akaflieg München. Dieses Segelflugzeugkonzept setzt auf eine adaptive Flügeltechnologie, die aerodynamische Eigenschaften optimiert und so die Leistung verbessert. Im Rahmen der Förderung soll zunächst ein Demonstrator entwickelt und im Windkanal getestet werden. Anschließend soll zur Verifizierung der Strukturrechnungen ein Bruchflügel gebaut und zerbrochen werden. Dabei kommen modernste Fertigungsmethoden zum Einsatz, ergänzt durch umfassende Windkanal- und Strukturtests.
Die Firma Achleitner Aerospace unterstützt die Akaflieg bei der Entwicklung der Vorderkantenklappe mit Ihrer Erfahrung in diesem neuen Konzept. Hierfür ist die Akaflieg sehr dankbar.
Dank der Förderung kann die Akaflieg Karlsruhe ihre Forschung weiter vorantreiben und gleichzeitig Studierende für die Luftfahrttechnik begeistern.
