…eLEVEN! So jedenfalls der Arbeitsname des neuen Projekts der Akaflieg Karlsruhe.
Nachdem bei unserem derzeitigen Hauptprojekt, der AK-X, nun langsam aber sicher
ein Ende in Aussicht ist, wurde es Zeit sich Gedanken über mögliche
Nachfolgerprojekte zu machen. Doch wie soll es nach so einem ambitionierten und
modernen Projekt wie dem Nurflügler Ak-X weitergehen?
Eine schwierige Frage, die uns einige Monate lang beschäftigt hat. Doch wir
denken wir haben eine gute Antwort gefunden:
Die AK-eLEVEN wird ein Messflugzeug mit leicht auszuwechselnden
Außenflügeln und einer von Anfang an eingeplanten Messinfrastruktur. Dieses
Konzept soll es uns und zukünftigen Generationen erleichtern strömungsmechanische
Forschung im Freiflug durchzuführen: Durch die modularen Außenflügel können wir
beispielsweise verschiedene Profile oder Grenzschichtbeeinflussungstechniken mit
erheblich geringerem Zeit- und Bauaufwand untersuchen. Daraus ergeben sich
viele Möglichkeiten für zukünftige innovative Projekte in vielen Bereichen der
Luftfahrt.
Wir haben uns dazu entschieden, die AK-eLEVEN nicht als Segelflugzeug
sondern als Motorflugzeug auszulegen, was längere Flugzeiten ohne teuren F-Schlepp
auch in den ruhigen frühen Morgenstunden ermöglicht. Zudem ergänzt ein
Motorflugzeug unseren derzeitigen Flugzeugpark sehr gut, da die Akaflieg
Karlsruhe derzeit kein Eigenstartfähiges Flugzeug besitzt. Und schließlich bietet
uns die Ausführung als Motorflugzeug viele Chancen unsere Kompetenzen in der
Gruppe zu erweitern und zusätzliche Möglichkeiten zur Zusammenarbeit mit
verschiedenen Partnern.
Bei der Wahl eines Antriebskonzepts bietet es sich aufgrund der vielen
Messelektronik, die ohnehin im Flugzeug verbaut ist, an, anstelle eines
„normalen“ Verbrennungsmotors für den Antrieb einen Elektromotor zu verwenden. Eine
leistungsfähige elektrische Infrastruktur im Flugzeug bietet auch die
Möglichkeit einer relativ leichten Einbindung weiterer Messanlagen nach
Projektfertigstellung. Ein solches Konzept erscheint uns zudem zeitgemäß und beherbergt
großes Entwicklungs- und Innovationspotential, da Elektroflug derzeit ein eher
wenig optimiertes Gebiet ist. Ein weiterer Vorteil eines Elektroflugzeugs sind
die niedrigeren Betriebskosten im Vergleich zu konventionellen Maschinen, was
die Kosten von Messkampagnen weiter senkt.
Insgesamt bietet die AK-eLEVEN damit viele Möglichkeiten der Innovation und
Weiterentwicklung für die Akaflieg sowohl durch Entwicklung und Bau des
Flugzeuges, als auch durch die Messkampagnen, die nach Projektabschluss
durchgeführt werden können.